7 Points* (Bericht 03/2012 - 797)*
14.01.2012, Essen (Freak Show - Eröffnungsparty 2.Tag)
THE KLEINS
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Von Witten nach Essen-Steele ist gar nicht so leicht, wie ich dachte. Vor allem hier oben von auffem Berg nicht, weil auch nach Eröffnung des tollen neuen Busbahnhofs am Wittener Hbf, die Fahrtzeiten schlichtweg dumm sind. Steige ich in den Bus, komme ich exakt 2 Minuten nach Abfahrt des Zuges Richtung Essen an und darf ´ne halbe Stunde warten. Da laufe ich doch lieber die halbe Stunde und verzichte auf gar lustige BusmitfahrerInnengespräche, obwohl die Zeit zum lesbar schreiben relativ praktisch ist.
Entsprechend traurig latschte ich die Hauptverkehrsstraße entlang, werde aber schnell durch ein junges teutsches Pärchen aufgeheitert, die unmittelbar neben mir an der Ampel stehen. In so jung verliebten Jahren hat die Romantik noch ein große Bedeutung und - ich könnte vor Rührung heulen - so liest er ihr aus seinem Handy seine aktuellen SMS vor. Einfach nur schön. Ein Beispiel: "Alter, bist Du voll drauf. Besser als voll drunter.". Reaktion (sie): "Hihihi."
Die Züge von Witten ziehen es vor an Essen-Steele vorbei zu fahren um mich erst am Essener Hbf wieder rauszuwerfen, von wo aus ich die S-Bahn zurück nach Steele nehme. 5 Minuten Fußweg später stehe ich vor der noch verschlossenen Freak Show und selbst die Jungs sind dank Autobahnsperrung noch nicht vor Ort. Und so weiter, blablablablabla.
´ne gute Stunde später ist die Freak Show im Vergleich zu gestern noch richtig leer. Was zu erwarten war, nachdem die Gäste am Eröffnungstag schon sämtliche Bierreserven weggesoffen hatten. Ich genieße es, einfach mal 1,5 Stunden anner Theke zu hängen und ohne reden zu müssen, in mein eigenes Bier zu fallen und doof inne Gegend rumzuglotzen. Doch so nach und nach füllt sich der Laden und als The Kleins die Bühne betreten, ist der Laden gut gefüllt ohne aus allen Nähten zu platzen. So ist optimal. Fein.
Irgendwie herrscht zu 50% diese englischen Pub-Konzert-Atmosphäre. Einige Leute kommen halt nicht wegen der Band, sondern weil sie Bock auf den Laden haben. Auf trinken, auf feiern, auf labern, auf irgendwas. Die Band stellt für einen Teil der Anwensenden die akustische Untermalung dar, die sonst von den Boxen erfolgt. Das ist auch logisch bei freiem Eintritt und einer Kneipe, die ihr Stammpublikum hat und haben wird und so war es auch schon im Panic Room und ist es auch heute noch. Aber es kommen immer noch genug zusätzliche Leute für die Bands. Und solange das nicht so ausartet, wie bei ein paar Gigs, die ich in England gesehen habe (wo die Band wirklich nur noch Randgeschehen war), finde ich das irgendwie ganz witzig. Und die Gefahrt besteht auch nicht wirklich. Schließlich macht es mehr her, wenn anstatt 40 Leuten, die das Konzert sehen wollen und einen spärlichen Rahmen darstellen, doppelt so viele kommen, von denen 40 nur wegen des Konzerts da sind und 40 weitere eh dagewesen wären und sich möglicherweise mitreißen lassen. Und so kommen auch heute (also gestern) sehr viele Gäste für The Kleins und saugen die großartige Darbietung dankbar und immer wieder Zugabe-fordernd auf. Sehr schön.
Als ich kurz nach dem Auftritt auf die Uhr gucke, verrät diese mir, dass in 10 Minuten ein Zug grob Richtung Heiabett fährt. Also ab Pommes holen. In Bochum-Langendreer ist meine Reise beendet, der Anschlussbus kommt erst inner halben Stunde. Kerl inner Kiste.... das interessiert doch eh kein Arsch. Schönen Sonntag.
Disclaimer oder sowas: Sollte sich irgendjemand auf den Schlips getreten fühlen, so ist persönliches Nachfragen die beste Option. Die Berichte sind häufig von solch famosen Stilblüten wie Ironie, Zynismus, Satire, Übertreibungen usw. geprägt, so dass diverse Äußerungen möglicherweise in einen falschen Hals gelangen könnten. Wer es immer noch nicht verstanden hat und viel zu viel Zeit hat, empfehle ich diese Zeilen.
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*) Die da ganz oben inne Ecke vergebenen Points beziehen sich ausschließlich auf die subjektive Qualität meines persönlichen Wohlbefindens an diesem Abend und haben somit nur sehr, sehr und vor allem sehr bedingt etwas mit den Bands selber zu tun. Die Zahl dient mir dazu, um mit nur einem Blick zu erkennen, ob es sich für mich im Alter lohnt, mich irgendwann mal an diesen Abend zurück zu erinnern. Der Rest ist ebenfalls für die Statistik: Das war Konzertbericht Nr. XX in 2012 (1.Zahl/2012) und in diesem Onlinzine der insgesamt XXX. Bericht (2. Zahl).




