"Tight gespielter Punkrock, mit tollen Melodien und vor allem rotzig-charmantem Gesang von Sängerin Ricarda, die "Gören" wie Jennifer Rostock oder die ach so frechen Panda ziemlich bieder wirken lassen", schrieb eine große - hier namentlich nicht erwähnte - Fachzeitschrift über das Debutalbum der Koblenzer Kombo, welches im Mai 2008 die Welt erblickte. Damals war das angemessen - heute frage ich mich allerdings ernsthaft, wie sie "Discostress" erst einmal gebührend skizzieren wollen.
Nicht nur, dass Ricarda stimmlich noch eine unglaubliche Schüppe draufgelegt hat. Auch ihre persönlichen und angepissten Texte sowie die exzellent aufgebauten Kompositionen mit überzeugenden Gitarrenwänden lassen KARATE DISCO prompt und locker eine gute Liga höher aufsteigen. Wer (vor allem die älteren Werke von) Muff Potter und Boxhamsters richtig gut fand, mit Pascow und charismatischen Frauengesang was anzufangen weiß, der dürfte sich von DISCOSTRESS schnell in den Bann ziehen lassen. Und für alle Vinylliebhaber gibt es das Sahneteilchen auch noch als farbiges Vinyl mit Poster, Aufkleber und Downloadcodes. CD im Digipack. Verdammt.
Ugly Punk: KARATE DISCO spielen in der moderneren Liga des Punkrocks. Dort wo man mit einem Schuss Indie auf unüblichere, parolenfreie, persönliche oder intelligente Texte setzt und die von Bands wie MUFF POTTER angeführt wird, dicht gefolgt von NEIN NEIN NEIN oder PASCOW. KARATE DISCO sind gegen die Genrekonkurrenz gerade in Führung gegangen.
Musik an sich: Der Spaßfaktor ist unheimlich groß. Karate Disco spielen in einer Liga mit Bands wie Muff Potter oder Pascow. Hier müssen sich die Konkurrenten aber richtig warm anziehen, denn Discostress gehört zu den Highlights des Genres. Empfehlung!
Triggerfish: Druckvoll preschen die Rheinländer aus der Nähe von Koblenz durch ihr zweites Album und zeigen musikalischen Wahlverwandten wie zum Beispiel Muff Potter oder Pascow die Rücklichter. Discostress ist stimmig als Ganzes, aber auch die Einzelteile wissen zu überzeugen. Das liegt auch an Sängerin Ricarda, die der Musik und den Songs einen unverwechselbaren Stempel aufdrückt, sich gegen die Gitarrenwände behaupten kann und nicht im Krach untergeht. In diesem Umstand zeigt sich auch die fette Produktion des Albums, die internationale Standards erfüllt.
Ox: Deutschsprachiger Punkrock in bestmöglicher Bauweise, das ist es, was der Fan hier einmal mehr bekommt. Sonderlob geht an dieser Stelle an Rici, die merklich an ihrem Gesang gearbeitet hat und damit nochmal eine gute Schippe Qualität im Vergleich zum Vorgängeralbum drauflegt. Die fantastische Produktion, das seit jeher im Hause KARATE DISCO stilsichere Artwork und die Kompromisslosigkeit, mit der der Rest der Band ihre Parts im Studio eingeprügelt haben, runden den „Discostress“ ab.