| Farbe
ist der Senf in der Butter. Deswegen werden wir ab sofort den geisitgen
und schriftlichen Ergüssen des "Bunten" Rechnung tragen
und auf dieser Seite fortlaufend den angedrohten Schlägen bei Nichtveröffentlichung
Tribut zollen. Im Gegensatz dazu sei gesagt, dass ALLES, was auf dieser
Seite hier erscheint, ausnahmslos der Bunte himself zu verantworten,
rechtfertigen und die Nase dafür hinzuhalten hat. Aufgrund gewisser
Erfahrungen nach seinen letzten Onlinezine-Stehversuchen ist dieser
Hinweis eine Selbstverständlichkeit, sollte dem allgemeinen Jubel
wegen aber trotzdem nochmal erwähnt werden. Bleibt noch zu erwähnen,
dass diese Seite absoluten Insider-Charakter inneträgt. Wer es
nicht glaubt, der möge dem Bunten ein Käsebaguette anbieten.
Prost!
Alle
Berichte im Originool, ungekürzt, unzensiert und unformatiert.
Bunten
inna Ballerburch (Teil 2)
(Station S1, Uni-Klinikum Essen, Psychiatrische Anstalten)

Dienstag,
16.06.2009
Gut
und tief geschlafen. Ich meine, ich bin nicht einmal wach geworden in
der Nacht. Remergil mit dem Wirkstoff Metarzapin is echt der Hammer
!
Bin aber etwas benebelt morgens noch. Arbeiten könnte ich so nicht.
Nach dem Frühstück steht Rückenschule auf dem Programm.
Macht sogar Bock.
Nachmittags mit Jonas etwas Fußball spielen gegangen. Unglaublich
anstrengend. Merke absolut die Medis. Ich bezweifel, ob Fußball
zocken eine gute Idee war.
Es
folgt wieder eine Neueinweisung. Jeanette kommt. Sie könnte locker
in jedem Psychothriller die Hauptrolle spielen. Irrer Blick, begleitet
von einem wahnsinnigen Schielen. Sie ist uns anderen erst mal unheimlich.
Ich sehe ihre zerschnittenen Arme. Borderline. [Anm. des Tippdingensmenschen:
Geile rasend schnelle Diagnose, Bunten!! :) ]
Abends spielen wir wie fast immer zu dritt Skat. Nach der letzten Medi-Augabe
schleppen wir uns in unsere Kojen. Erstaunlich, wie manche Sachen knallen.
Mittwoch, 17.06.2009
Super
gepennt, wieder erst durch den Wecker wach geworden. Patienten-Weckdienst
funktioniert auch nicht mehr richtig.
In
der großen Morgenrunde mit dem Pflegepersonal gibt’s Stress
wegen dem allgemeinen Rauchverhalten.
Chefarztvisite. Professor X durchschaut mich vollkommen. Er regt eine
Bewältigungsstrategie in Form einer Verhaltenstherapie an. Dazu
muss ich einen Termin vereinbaren mit Frau Dr. Mansmann [Anm.: Die
hier?] auf der 1. Etage, hinter der Methadonausgabestelle.
Er sagt mir noch, dass mein Benzo-Konsum natürlich zu hoch war,
aber im Verhältnis zu anderen Patienten nicht übermässig.
Aha.
Nachmittags
ist Bewegungs- und Atmungstherapie. Ziemlich klasse, nicht nur dank
der hübschen, jungen Therapeutin.
Abends lange mit den Jungs gequatscht. Ich grübel, ob ich mit 19
auch schon solche Probleme hatte. Nein, hatte ich nicht. Definitiv nicht.
Donnerstag, 18.06.2009
Elisabeth
und Sergej verabschieden sich. Lisbeth darf nach Hause, Sergej kommt
in Langzeittherapie. Er wird diese nicht durchstehen, wie ich später
erfahre. Sergej ist Ende 40, Pole, und Alkoholiker. Sein Gamma-GT-Wert
bei Einfahren auf der Ballerburch dürfte rekordverdächtig
sein. Über 3.000 !!!
Falls jemand mit dem GGT-Wert nix anfangen kann, dieser Blutwert zeigt
an, ob jemand über längeren Zeitraum übermässig
Alkohol konsumiert hat. Bei einem gesunden Manschen sollte der GGT unter
70, maximal 80 liegen. Bei mir lag er immer so zwischen 35 und 45.
Bei Sergej lag er nach über 4 Wochen Abstinenz noch bei über
1.000 !!!
Bei
der morgendlichen Medi-Ausgabe stutze ich. Da liegt Remergil bei. Ich
denke zuerst, die hätten das Abend- mit dem Morgenfach vertauscht.
Dem ist aber nicht so. Ich verweigere mich. Ich erkläre, dass ich
mich nicht schon am Morgen ruhigstellen lasse. Ein Gespräch mit
der Ärztin wird anberaumt. Sie setzt es am Morgen wieder ab, daür
bekomme ich nun zur Nacht die doppelte Dosis, 30 mg. Der Sinn bleibt
mir verschlossen. Ich nehme es aber an.
Nach der Rückenschule treffe ich im Flur Professor Z.. Er meint,
mir scheint es gut zu gehen. Er hat Recht. Haben dann noch über
meine aktuelle Medikation gesprochen, alles in allem ein sehr positives
Gespräch. Guter Mann. Eigentlich nur für Privatpatienten zuständig.
Nachmittags
dann noch Entspannungstherapie.
Die absolute Blamage unserer Suchtstation S1.
Mit 4 Personen kommen wir zu spät. Das gibt den ersten Rüffel.
Unsere Frauen quatschen permanent während der absoluten Ruhephase.
Es wird gezischt.
Ronny pennt ein und schnarcht deutlich hörbar.
Als Höhepunkt verletzt sich Peter, obwohl wir die ganze Zeit nur
auf dem Rücken auf einer Matte liegen. Man holt ihm ein Glas Wasser.
Er sagt, ihm sei schlecht, und er müsse gleich brechen. Seine Halswirbel
schmerzen. Genickbruch in der Ruhephase. Sachen gibt’s.
Abends geh ich ein bisschen mit Natascha raus eine rauchen. Sie redet
sich ein bisschen den Kummer von der Seele. Hat Angst, ob sie das mit
dem Kind packt. Und wie das mit ihrem Freund weitergehen soll. Sie weiß,
dass er einen negativen Einfluss auf sie hat. Er will auch weiterkiffen,
trotz Kind und Nataschas Suchtbekämpfung. Sie hat Angst vorm Alleinsein,
wie so viele.
Freitag, 19.06.2009
Heute
stehen drei Entlassungen an. Dafür kommen Neue. Es herrscht eine
etwas gedrückte Stimmung. Die neuen können die Entlassenen
nicht ansatzweise ersetzen.
Ein Patient läuft nachmittags hackendicht durch die Gegend. Fällt
den Ärzten und dem Pflegepersonal aber anscheinend nicht auf.
Die Ärzte schicken mich heute von Pontius zu Pilatus.
Später dann wieder Gruga-Spaziergang mit den Pflegefällen
von der P1.
Bei einem späteren Besuch wird mir Ronny erzählen, dass einer
von denen Fersengeld gegeben hat und ausgebüxt ist.
Samstag, 20.06.2009
Letzte
Nacht wachgeworden, als die Nachtschwester neben meinem Bett steht.
Hab erst gedacht, ich hätte geträumt. Andere sind aber auch
wach geworden, also kein Traum. Irgendwie unheimlich. Erfahre erst im
nachhinein, dass das Nachtpersonal tatsächlich mindestens einmal
pro Nacht alle Patienten überprüft. Ist Vorschrift. Hmm.
Heute
hab ich das erste mal „Heimaturlaub“, die sogenannte Belastungsprobe.
Sabine holt mich früh morgens ab. Ich lass mich am Rüttenscheider
Stern absetzen, und genieße es, auf dem Markt einzukaufen.
Keine Probleme zuhause, alles roger. Man glaubt gar nicht, wie gut es
tut, zuhause zu sein.
Sonntag, 21.06.2009
Wir
verbringen den Tag gemütlich. Ich koche uns was feines. Nachmittags
kommen dann die Schwiegereltern, und bringen eine leckere Erdbeertorte,
selbstgemacht, mit.
Wir schlagen noch rasch Sahne, und sitzen dann zusammen bei Kaffee und
Torte.
Wir zeigen die Urlaubsfotos aus Andalusien.
Dann unternehmen wir noch einen Spaziergang im Park. [Anm.: Keine Liebe??]
Gegen
19 Uhr bringt Sabine mich wieder zur Ballerburg.
Ich frage, ob ich pusten soll. Nachtpfleger Mike fragt mich, ob ich
denn Alkohol getrunken hätte, was ich richtigerweise verneine.
Also brauch ich nicht pusten. Die kennen Ihre Pappenheimer sowieso,
denke ich mir.
Montag, 22.06.2009
Chefarztvisite.
Es wird das erste mal konkret von einem Entlassungstermin gesprochen.
In einer Woche, am 29.06. könnte es soweit sein. Die Entgiftung
lief außergewöhnlich gut.
Laut Professor X gehöre ich zu den Wenigen, die entweder einen
rascheren Giftabbau im Stoffwechsel haben, oder zu den nicht messbaren
Fällen. Aha. Na schön.
Komischerweise wird mir mulmig, wenn ich an die Entlassung denke.
Ansonsten
bin ich sehr müde, und hab einen ausgesprochen guten Appetit. Manchmal
esse ich 2 Mittagessen, wenn welche zuviel geliefert werden.
Muss
noch auf der Arbeit klären, wie’s da weitergeht, wenn ich
raus bin.
Dienstag, 23.06.2009
Rückenschule
und Entspannungstherapie steht heute an.
Zwischen den Therapien fahr ich mit der Bahn bei der Arbeit vorbei,
hab ein Gespräch mit unserer Sozialberaterin, und einer Kollegin
aus meinem Team. Gespräche laufen gut. Das macht Mut. Auch noch
kurz mit meinem direkten Vorgesetzten geredet. Alles roger.
Mittwoch, 24.06.2009
Chi
Gong, eine Abart des Tai Chi oder so steht an. Das macht ja so richtig
Bock. Nehme mir vor, dass nach dem Klinikaufenthalt fortzuführen.
Lasse mir von der Therapeutin nen Flyer einer Schule geben.
Nachmittags Ergo-Therapie in einem Kunstraum. Ronny malt mir 2 tolle
Bilder mit Kreidestiften. Ich bastel ne Collage aus Zeitschriftenwerbung.
Beanies Kommentar: „Die Bilder vom Ronny nehm ich mit, Deine Collage
bleibt hier.“
Nehme mir vor, am Freitag auch lieber was zu malen.
Negatives
Gespräch mit dem Jungspund-Arzt (Name geändert).
Nun soll ich schon am Freitag raus. Labert mich zu, von wegen ich sei
entgiftet und stabil. Sie bräuchten mein Bett, weil es gibt ja
viel krankere (?) Menschen als mich. Kurz überlegt, ob ich ihm
eine tafel. Gedanken nach einigem Hin und Her verworfen. [Anm.: Wo ich
gerade so schön laut lache: Schon mal zwischenzeitlich meine tiefste
Anerkennung für dieses unglaublich Gemisch zwischen wirklich tragischem,
tief gehendem Ernst der Lage, samt meines "Mitgefühls"
(besseres Wort fällt mir nicht ein) und dem untergemischten Galgenhumor!!]
Das Gespräch zieht mich voll runter. Bin unzufrieden. Nun wird’s
ernst, ich komm raus.
Abends
kommen Sabine mit Stefan (ihr Bruder) zu Besuch.
Der Lange ruft aus Witten an.
Donnerstag, 25.06.2009
Scheiß
Stimmung in der Gruppe. Viele nette Leute verlassen die Gruppe, so wie
ich.
Dafür kommen teilweise unangenehmere Leute. Manche sind echte Asis.
Bin froh, dass ich wieder zwei Therapieeinheiten habe heute.
Nachmittags
fange ich Dr. Caine ab. Belaber ihn, damit ich für die ersten Tage
zuhause Medis von der Klinik kriege. Er sträubt sich. Meint, ich
könne doch noch am Freitag nach Witten zu meinem Neurologen fahren,
und dort Rezepte bekommen.
Ich erklär ihm, dass ich da erst am Montag hin kann, weil ich keinen
Bock habe, direkt nach der Entlassung nach Witten zu gurken.
Irgendwann gibt er klein bei. Das wäre schon mal geschafft. Ich
erzähl’s direkt dem Pflegepersonal bei der nächsten
Medi-Ausgabe. Dass mir da ja nix schief läuft am Freitag !
2
Freunde aus Witten besuchen mich noch. Wir gehen spazieren durch die
Margaretenhöhe.
Sightseeing in seiner Reinform. Kam gut an. Danach hol ich mir noch
fettes Essen von der Frittenranch. Doppelte Currywurst mit Pommes Majo.
Ronny bring ich auch ne Pommes mit.
Freitag, 26.06.2009
Der
Tag der Entlassung. Nette Verabschiedung in der morgendlichen Gruppenrunde.
Nun freu ich mich auch auf zu Hause.
Nehme noch die Ergotherapie, sowie das Mittagessen mit. Hab sogar noch
das Bild gemalt. Einen ziemlich gut gelungenem Vollmond im Weltall.
Am unteren Bildrand sieht man Konturen eines Planeten.
Sogar Beanie gefällt’s, wer hätte das gedacht.
Und
somit gingen ereignisreiche, lehrreiche, und manchmal auch beängstigende
Wochen zu Ende. Nochmals muss ich das aber nicht unbedingt mitmachen.
[Anm.:
Bleibt mir nur abschließend ein herzliches ALLES GUTE, BUNTEN!!
und vor allem n Arsch voll Durchhaltevermögen zu wünschen.
Schrei, wenn Du brennst, Du weißt wo wir sind!!]
Bunten
inna Ballerburch (Teil 1)
(Station S1, Uni-Klinikum Essen, Psychiatrische Anstalten)
Es
begab sich im Juni 2009, dass ich kurzfristig aus Gründen, die
ich nicht näher darlegen werde, für einige Wochen in die Entgiftungsstation
der psychiatrischen Anstalten des Uni-Klinikums Essen musste.
Dort führte ich Tagebuch, das ich euch nicht vorenthalten möchte.
Erwähnte
Personen sind anonymisiert, bzw. die Namen geändert!
Dienstag, 09.06.2009
Tag
der Einweisung. Um 9 Uhr Aufnahme. Es folgen Untersuchungen, Befragungen,
und einige Tests. Z.B. Alkoholtest, Blutdruckmessung, EKG, psychologisches
Gespräch mit vorläufiger Medikamenten-Festlegung.
Ich
habe vorerst keinen Ausgang alleine, darf die Station nicht verlassen.
Dilda
stellt sich vor, sie ist quasi die „Gruppenleiterin“. Sie
zeigt mir die Gemeinschaftsräume, wie z.B. ne eigene Küche,
TV-Raum mit Kicker, Wii-Station, Spielen, Bücher, Raucherecke usw.!
Auf Flaschen muss UNBEDINGT ein Name drauf, wegen den vielen Hepatitis-Fällen….
Ich
bin froh, dass ich nen Einzelzimmer kriege, obwohl nur Kassenpatient!
Muss ich wohl doch nen guten Eindruck hinterlassen haben im Vorfeld,
als ich dat „Vorstellungsgespräch“ bei Professor Z.
hatte!
Mittagessen.
Es gibt Gyros mit Reis. Ungenießbar. Ich will Heim.
Verbringe
den Nachmittag überwiegend mit Lesen. Lemmys Autobiographie. Der
hat so viel Gift in sich drin, den dürfen sie gar nicht entgiften,
les ich. Da würd der sterben. Genau wie ein gesunder Mensch, wenn
der getz Lemmys Blut kriegt, so auf einmal.
Habe
wenig Kontakt zu den Anderen. Fühle mich irgendwie fehl am Platz.
Überlege kurz, ob ich abhauen soll. Denke dann aber an die Krankenkasse.
Gibt bestimmt mächtig Ärger, wenn ich getz im Sack hau. Gedanken
verworfen.
Abends
kommt Sabine, bringt mir leckere Sachen mit, Gott sei Dank. Und Blumen.
Ich liebe sie.
Mittwoch,
10.06.2009
Erstaunlicherweise
gut geschlafen. Die verabreichten Medikamente scheinen gut zu wirken.
Fühl mich gut gelaunt. Sollte mir unter diesen Umständen zu
denken geben.
Meine
ersten „richtigen“ Kontakte zu den anderen „Gästen“.
Mit einigen kann ich mich tatsächlich unterhalten. Und einige können
sogar kickern. Ich gewinne jedes Spiel, im Einzel wie im Doppel. Meine
Laune wird immer besser. Erst mal zur Medikamentenausgabe, RIVOTRIL
RULES!
Und
gleich schmeckt auch das Mittagessen viel besser.
Ich lasse die Probleme der Anderen auf mich wirken. Entgiftungen der
unterschiedlichsten Sorte und Härte. Heroin, Kokain, Alkohol, Cannabis,
benzodiazeoine, Amphetamie, einige machen Entgiftung von mehreren Suchtstoffen
gleichzeitig. Krasse Fälle. Einige sind auch schon seit 12 Wochen
da. Und ich lerne sogar ne Kollegin vonne Arbeit kennen. Klein ist die
Welt.
Sabine
bringt abends essen vom China-Mann mit. Oder isses vom Vietkong ? Ich
vergesse zu fragen.
Dafür
legt sie sich gleich mal in mein Krankenzimmerbett und döst. Sabine
ist sehr leicht zufrieden zu stellen. Liegt das am Geburtsort Berlin-Marzahn?
Ich weiß es nicht.
Jedenfalls
bringt sie neben leckeren Sachen auch ein Foto von uns mit, das ich
aufstellen kann, sowie einen Homer-Anhänger fürs Schlüsselbund.
Astschocke!
Abends
gegen 20:05 wird sie von Nachtpfleger Piet „freundlich“
rausgeworfen. Ab 20 Uhr haben „Fremde“ die Station zu verlassen,
dann wird die Station hermetisch abgeriegelt, kein Rein, kein Raus,
bis zum näxten Morgen. Außer der AVD (Arzt vom Dienst) muss
kommen. Dat passiert aber idR nur, wenn nen Notfall kommt, oder jemand
über seinen „Bedarf“ (Medis) hinaus mehr Zeug will,
um sich wegknallen zu können. Mir reicht dat, wat ich kriege. Penne
wieder gut.
In
dieser Nacht kommt dann natürlich auch ein Notfall.
Am
Abend hat auch der Freund von Natascha rumgeprollt. Hat sie als Schlampe
tituliert, weil sie beim Abendbrot mit einem anderen, männlichen
Patienten am Tisch saß.
Donnerstag,
11.06.2009
Morgens
werd ich wach, weil nebenan Natascha kotzt. Sie hat auch nen Einzelzimmer
und ist schwanger. Hats auch nich leicht. Suchtproblem, schwanger, und
nen Freund der sich nich grad vorbildhaft verhält. Aber was soll
ich denn machen, Andy?
Morgens
um 7 Uhr im Gemeinschaftsraum, Raucherecke. Der Neuzugang von der letzten
Nacht quatscht mich blöd an wegen meinem Schalke-Tshirt. Ich geb
ihm direkt Contra, bis er die Schnauze hält. Is nen Rot-Weisser.
Aber er trägt ein Joy Division-Shirt. Kann also kein ganz Schlechter
sein. Ich nenn ihn Metha-Ronny. Weil wir haben 2 Ronnys (Namen geändert),
der eine wird Benzo-Ronny genannt, wegen Benzodiazepin-Entzug, und eben
Metha-Ronny, wegen Heroin-Substitution auf Methadon.
Nach
dem Frühstück erzählt mir Dilda wat über Ihren Bewährungshelfer.
Ich höre gebannt zu.
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Jochen
erzählt mir was über Schalkes Jugendteams. Er ist (angeblich)
im Trainerstab der S04-U17. Uwe Scherr (Jugendkoordinator auf Schalke)
soll sein Vorgesetzter sein. Im Internet kann ich nix über ihn
finden, nur in einem Recklinghauser Club stoße ich auf seine Namen.
Vielleicht liegt es daran, dass Jochen Schmerzpatient ist. Er hat nach
diversen Operationen zuviel Morphine bekommen. Er wird nun neu „eingestellt“.
Medikamentenausgabe.
Mein Rivotril wurde verringert! Wat soll dat? Gutes Zeichen schon am
3. Tag? Hoffentlich reicht dat bis heut abend.
Es folgt meine erste Niederlage am Kicker. Gegen einen Pfleger. Pah.
Im
Doppel spielt er mit mir gegen ein Doppel aus unserer jungen Cannabis-Fraktion.
Wir siegen überlegen.
Ich
kriege mein erstes Urinergebnis. Angeblich negativer Befund. Kann dat?
„Higgi“
kommt kurz zu Besuch. Ein ehemaliger Stationspatient. Hat sich sein
Methadon unten abgeholt. Er schläft getz im Haus Bruderhilfe. Wenns
hilft.
Ich
sinniere mit Freddy über Literatur. Sabine soll ihm AMERICAN PSYCHO
mitbringen. Er will sich „nochmal die besten Stellen raussuchen“.
Ich
beginne zu hanteln. Meine Hanteln werden hier noch zu begehrten Leihobjekten.
Die Ärzte strafen mich deswegen wohl mit bösen Blicken.
Abends
spiele ich mit Dilda und Richy Skat. Morgen soll ich schon wieder Blut
geben. Ein „Verkrampfungswert“ wäre nicht ganz OK.
Ob ich schon mal einen Herzinfarkt gehabt hätte… Dafür
sind die Leberwerte gut. Is doch schon mal was, wer braucht da noch
gute Verkrampfungswerte.
Freitag,
12.06.2009
Wieder
gut gepennt, aber schon um 05:30 wach. Normal werden wir um 06:30 Uhr
geweckt wochentags. Ich geh dann schon mal duschen.
Nach
dem Frühstück, vor der Medi-Ausgabe, gibt’s Alarm! Heinz
is umgekippt. Er sollte heute eigentlich entlassen werden. Hat ne Alko-Entgiftung
hinter sich. Is schon inne 60er. Kein Blutdruck messbar, komatöser
Zustand. Zeitweise wuseln drei Ärzte um ihn herum. Für uns
bedeutet das natürlich, dass wir auf unsere Medis warten müssen.
Wir werden unruhig. Irgendwann wird Heinz dann zur CT gebracht. Hoffentlich
geht’s ihm bald besser. Seine Frau wartet draußen im Flur.
Sabine
holt mich gegen 09:45 Uhr ab. Ich darf nach Unterschreiben eines Zettels
von wegen „auf eigener Gefahr, gegen Rat der Ärzte, blablablubb..“
raus!
Mein
bester Kumpel in Witten, Natale (Name NICHT geändert), heiratet
seine Steffi. Zur standesamtlichen, wo ich sein Trauzeuge bin, und Sabine
Steffis Trauzeugin ist, darf ich raus. Zur kirchlichen am Samstag leider
nicht. Mist.
Wir
ziehen uns zuhause noch rasch um. Im Auto auf der Fahrt nach Witten
schreit Sabine mich wegen irgendwas an. Kontraproduktiv. Sie entschuldigt
sich.
Hochzeit
is klasse. Wir lachen viel, auf dem Standesamt, und auch später
bei Kaffee und Kuchen.
Wir
fahren nach der Feier noch für ne Stunde nach Hause. Ich fege vorm
Haus, bewunder unser neues Sideboard und unser zum Weinregal umgebautes,
polynesisches (?) Boot. Die Katzen wuseln um mich rum, ich schaue vom
Balkon heraus ins Grüne.
Sabine
macht uns noch Spaghetti warm.
Wir
lieben uns danach.
Zurück
in der Klinik, Heinz liegt in der Neurologie, er ist stabilisiert, erzählen
mir die Anderen. Wir quatschen noch bis 1 Uhr nachts, es gibt auch etwas
Streit. Ansonsten viel gelacht.
Ich
muss unbedingt die Ärztin fragen, warum ich weniger Rivotril bekomme.
Samstag,
13.06.2009
Halb
8 aufgestanden (reicht am WE), schlumperhaft zum Frühstück
geschlurft, nach dem morgendlichen Alko-Pusten (JA, jeden Morgen, und
zwar Alle!).
Gespräch
mit der Ärztin wegen der verminderten Rivotril-Dosis. Sie sagt
mir, dass hat sie angeordnet, weil ich doch möglichst schnell offiziellen
Ausgang haben will. Solange ich Rivotril bekomme, geht das nicht. Ach
Gottogottogott !
Ich
entscheide mich dafür, Rivotril dann nur noch auf Bedarf zu setzen.
Meine neue Allzweckwaffe heisst GABAPENTIN! 4 mal täglich. Eigentlich
ein Mittel, was zur Behandlung von Epileptikern eingesetzt wird. Aber
die lustigen Nebeneffekte sorgen dafür, dass dieses Medi auch gerne
Patienten auf der Suchtstation gegeben wird. Es hat auch beruhigende
Effekte. Einige vertragen’s aber nicht. Die kriegen angeblich
davon Wasser inne Beine. Ich vertrags jedenfalls gut. Dazu gibt’s
noch morgens Citalopram, was gern bei Depressionen eingesetzt wird,
die ich aber nich habe. Hmm. Naja.
Meine
Mama ruft zum wiederholten Male an. Sorgt sich rührend. Auch mit
Papa ein wenig gesprochen. Tut mir alles anscheinend ganz gut, das ganze
Gequatsche. Achja, Mobiltelefone sind ausdrücklich erlaubt! Genauso
wie Besuch zu den Besuchszeiten. Allerdings muss sich der videoüberwachte
Besuch beim Schwesternzimmer immer an- und abmelden.
Guter
Wittener Freund ruft an. Außerdem Sabine von Natas und Steffis
Hochzeitsfeier in Witten-Annen. Sie gibt den Hörer noch weiter
an einige angetrunkene Hochzeitsgäste, die auch Kumpels von mir
sind. Ich wär getz auch gerne da, denke ich in dem Moment.
Keine
weiteren erwähnenswerten Vorkommnisse. Wir spielen Skat. Jochen,
Richy und ich.
Sonntag,
14.06.2009
DER
Besuchstag schlechthin. Mir geht’s so lala, insgesamt unruhig.
Leichte Aggroschübe, wie man sie sonst nur vom Mitpatienten Sören
kennt. Sören wurde früher immer mit der grünen Minna
in Handschellen nach DO-Aplerbeck gebracht. Wenn er „drauf war“.
Extrem gewalttätig dann. Ich kann ihn gut leiden. Netter Kerl,
37 Jahre alt. Er und Richy werden im Laufe der Entgiftung und darüber
hinaus meine besten Kumpels. Wir haben anscheinend so einige Gemeinsamkeiten.
Mittags
kommen völlig übernächtigt Sabine und mein-bester-Freund-aus-München
Schimmi (Name NICHT geändert).
Bin
wohl genauso müde wie die beiden. Schimmi verrät mir, dass
er sich gleich am Düsseldorfer Flughafen vor seinem Rückflug
nach München „1 oder 2 Bier“ trinken wird.
Nachts
kann ich nicht schlafen. Ich hol mir das erste und einzige mal „Bedarf“.
Weiß in dem Moment gar nicht, was ich da einwerfe, aber es wirkt.
War wohl Rivotril.
Ich
brauch wat anderes zum schlafen. Mir wird Troxal empfohlen seitens einiger
Mitpatienten.
Montag,
15.06.2009
Bin
hundemüde als der Wecker klingelt. Ich stell mir immer den Wecker,
obwohl wir in der Gruppe dienstplanmäßig so aufgestellt sind,
dass eine(r) immer durchläuft um die anderen zu wecken. Die Dienste
können sich wochenweise ändern. Ich hab Küchendienst
in der ersten Woche. Später dann Teewasseraufsetzdienst und Blumengießdienst.
Dilda
und Sören sind Gruppenleiter. Die ganze Zeit.
Ich
geh wieder zur Urin- und Blutabgabe.
Ich
bekomme endlich einen Therapiepass. Nun kann ich an Bewegungs-, Entspannungs-,
und Ergotherapie teilnehmen. Endlich produktive Aufgaben. Nach festem
Zeitplan.
Außenaktivität
kommt sehr gut an. Auf Richys und meinem Wunsch hin gehen wir dann nur
noch in die Gruga. Für lau. Das ist gut.
Weniger
gut ist, dass unsere Gruppe immer für großes Aufsehen sorgt.
In den Therapiestunden werden wir bunt zusammengewürfelt, stationsübergreifend.
Da sind auch echte „Pflegefälle“ bei, die nicht wegen
einer Suchterkrankung in der Psychiatrie sind. Da sind auch „Weggeschlosssene“
bei. Da hat dann z.B. ein Richter entschieden, dass Herr Mustermann
wegen Gefährdung Anderer für sechs Monate in der P1 „betreut“
wird. Oder dass Frau Musterfrau bis auf weiteres wegen Selbstmordgefahr
in die geschlossene Betreuung muss. Hardcore.
Heute
große Visite. Erst in der Gruppe, dann einzeln. Meine Medis werden
nomma umgestellt. Zur Nacht hin bekomme ich zum pennen Remergil. Das
ist ne Lutschtablette, die wirkt als hätte man sich nen Esslöffel
Kokain in den Mund geschoben.
Innerhalb
von 10 Minuten sollte man zusehen, dass man in die Horizontale kommt,
sonst kippt man um und ist weg. Ich zumindest. Und Richy.
Mein
Bedarf besteht ab nun aus Zopiklon. Ich habe es nie gebraucht.
Mein
Urintest ist wieder negativ. Umso besser, das bedeutet eigentlich begrenzten
Ausgang zwischen den Mahlzeiten.
FORTSETZUNG
FOLGT
Montag,
Dezember 22, 2008
15 Tage Alkoholabstinenz - ein erstes Resumee
MAAAAAAHLZEIT
!Hallo Freunde, Hallo liebe Spritnasen, Hallo Christstollendiebepaketfahrer,ereignisreiche
Wochen liegen hinter uns. Zeit, kurz vor Weihnachten besinnlich zu werden.Fang
ich mal damit an, dass mich mein alter Freund "Schimmi" aus
München an Nikolaus besucht hat, um mit mir den ruhmreichen S04
vs. die "alte Scheiss-Dame" Hertha zum Sieg zu brüllen.
Was komigerweise sogar gelang. Nach tränenreichen Wochen der Demütigung
endlich wieder ein glänzend herausgespielter Kantersieg von 1 :
0 dank Jungspund Asa (30). Die geballte 16-Moi. Euro-Power von Engelaar
und Farfan braucht anscheinend kein Mensch, ähhh Schalker mein
ich, sorry.Nach dem Vorglühen im Stadion folgte ein kurzes Intermezzo
in Charlys (RIP) Bummelzug, wo der Charly aber schon seit zig Jahren
keine Aktien mehr drin hatte. Aber Name zieht eben. Hier trifft sich
vor und nach dem Spiel die Haute Volee der Schalker Kuttenträger
und Kat B-Fans. Ein Schaulaufen aufgenähter Eitelkeiten. Aber immer
wieder gerne.Dann irgendwann mit Bahn ab zur, zur, zur.....NEIN, nicht
zur Pilsbörse in Witten Annen Feudal, sondern in die neue "Heimat"
Essen City Asozial. Der Schimmi hatte eh nix mehr in Witten zu erledigen,
Verwandtenbesuch fand diesmal ausschließlich in seiner Geburtsstadt
Bochum statt.Tja, wat mit dem angebrochenen Abend anfangen ? Nachdem
ich die Essener Nordstadt in letzter Zeit aus verschiedenen Gründen
eher meide (Ausnahme war die Sparclubleerung bei Maritta, siehe letzten
Blog), zog es uns ins heimelige Rüttenscheid, die eigentliche Essener
Kneipen- und Cafe-Capital City !Letztendlich beschränkten wir uns
auf 2 Kneipen, wobei letztere dat Soul war. Nix spektakukläres
zu vermelden.So, Sonntags Abflug von Schimmi via Modestadt Düsseldorf
gen München. Die Zeit des Leidens beginnt. Hab mir ja schon vor
längerem vorgenommen, mal ne zeitlang alkotechnsich komplett auszusetzen.
Angefangen im Juli mit den sogenannten harten Sachen, sollte nun der
näxte Schritt folgen. No beer, no wine, not really fine. Inna Woche
is dat ja echt kein Thema für son knallharten Typen wie den Bunten.
Seit den alten Pilsbörsenzeiten unter Dock 7-Arno säuft man
ja auch nich mehr durch von Mittwoch bis Sonntag quasi ohne Schlaf !
War ja auch immer scheisse, donnerstags, freitags und montags völlig
verstrahlt zur Arbeit schluffen.Aber nu kam ja dat erste WE ohne auch
nur eine Pfütze Bier ! Hmm. Nun denn, freitags mit Beanie ins Kino,
der neue Woody Allen. Im Eulenspiegel, da wo dat leckere Altenmünster
aus der Bügelflasche gibt ! Scheisse ! "Ähhh, für
mich dann bitte ein Al..., ein Al..., EIN AL...,eine Bionade Geschmacksrichtung
Ingwer bitte." Geschafft ! ICH HABS GESCHAFFT ! Zum Glück
war der Woody recht kurzweilig. Obwohl ohne nennenswerte Beischlaf-Szenen.
Direkt dannch sind wa auch nach Hause. Am Samstag dann die erste harte
Bewährungsprobe. Einkaufen auf dem Rüttenscheider Markt. Ohne
Beanie. Früher hiess das: Einkaufen, ab zur U-Bahn Rchtg. Rheinischer
Platz, und jemütlichen Frühschoppen (mal locker, mal heftig)
bei Maritta im Stadttor. Da wo getz immer schon um 8 Uhr auf is, seit
der mächtige Magnet geschlossen wurde und da nun der näxte
Homosexuellentreffpunkt drin is (ich hab aber nix gegen Schwulettis,
im "Briefkasten" am Hbf sind ganz Liebe drin).So, nun also
nur einkaufen, und dann direkt nebenan im Stoffwechsel, da wo man/frau
so gut frühstücken kann, Cappucino ordern. 2, 3 ! Dann noch
bissken nach Geschenke gucken, und noch 2 Kaffee trinken. Muss dazu
sagen, dass ich vor ca. 12 jahren mit Kaffee weitestgehend aufgehört
habe, weil ich da Herzrasen und Magenkrämpfe von bekam. Kam vonne
Arbeit, von wegen literweise. Seitdem fast nur Tee getrunken. Naja,
nu bin ich trotz Herzrasen wieder beim vermutlich viel ungesünderen
Kaffee gelandet. DANKE, ALKOHOLABSTINENZ ! Abends dann ganix gemacht,
während sich Beanie mit meim Schwager und Freundinnen im NYC tanzend
und trinkend vergnügte.Die Woche über erspar ich euch. Neben
den positiven Nebeneffekten wie "noch mehr arbeiten", sowie
vermehrte Sportaktivitäten (3 x joggen, tägliches Krafttraining)
gibt es nix zu erzählen.2. WE ohne Spiritus: Freitags stand für
mich spontan dat Konzert im Altenberg zu OB an, wo meine Freunde, die
THE KLEINS, mich froindlicherweisde auf Gästeliste packten. daneben
zockten als erste Band...,habbich vergessen, und als Hauptact THE GO
FASTER NUNS. Ca. max. 30 (!!) Leute anwesend, inklusive Gästelistenplätze
und Maks. Erbärmlich. Im Gegensatz zur dargebrachten Leistung der
Musiker. Dat Ganze für mich dann wieder unter dem hallluzinogenem
Einfluss von Bionade (Ingwer UND Holunder), sowie diverser Kippen Gauloises.
Als meine alle waren, half mir die gute Melli noch aus. Danke.23.18
Uhr mit Burger inna Faust zurück gen Essen und -Standard- wieder
ein Freitag nüchtern im Bett.Der Samstag sollte nicht anders aussehen,
nur dass ich zwischendurch nach Witten musste. Is nämlich in Witten
Tradition, dass der Vater mit dem Erstgeborenen den letzten Samstag
vor Heiligabend Tannebaum kaufen und aufbauen geht. So auch dieses Jahr.
Anders als in den Jahren zuvor war nur, dass dies nun völlig ohne
Alkoholkonsum vonstatten ging. War aber OK. Auch wenns bei Kartoffel-Alfons,
da wo wir schon ewig den Baum holen, wie immer Glühwein für
lau gab ! Aber sogar mein Vater verzichtete drauf. Hmm, verkehrte Welt.Nach
der Baum-Aktion wieder zurück nach Essen, um mich dann vorm Bürogebäude
mit Beanie zu treffen. Musste nämlich noch meinen "Dienst-Laptop"
abholen, weil ich ja auch mittlerweile sonntags standardmäßig
wat von zuhause arbeite. Zur Info : NEIN, ich bin Angestellter, NICHT
selbständig ! Mit dem Ding umme Schulter und Beanie anne Hand dann
rüber zu Angelas und Wolfgangs Weihnachtsparty sprich New Lifeshark
Records meets FISH ! Standarsd also. Schon beim Betreten schwappte uns
eine abgestandene, alkoholgeschwängerte Bierblase an Geruch entgegen,
mein lieber Scholli ! Respekt ! Als hätten die Suffköppe von
Freitag an da durchgesoffen wie in nem bayerischen Brauereikeller. Es
gab auch Kaffee. Von 80-100 Personen wurden 2 Kaffee getrunken. Ich
war einer davon. Beanie hatte aber auch nich wirklich Spaß an
ihrem Oettinger. Naja, Proissen-Uli hatte sein eigenes Stauder mit,
alle andern auch gut dabei mit Felskrone u.ä.. Nur die Frohnhausen-Fraktion,
namentlich Panzerkroizer B. und der Generaloberst waren nich anwesend.
beide "krank", nee is klar ! Und wo war der Luchador ? So,
noch günstig nen Schalke-Buch über die Zeit bis 1945 erworben,
und dann erstmal nach Hause. Denn wir wollten ja noch in den Panic Room
zu Hände Weg Johnny ! Was aufgrund meiner abstinenzbedingten Sofakartoffel-Mentalität
beinahe ins Wasser fiel. Aber nich mit dat Beanie ! Die war heiss auf
Rock'n Roll und so gings tatsächlich noch nach Steele. Netter Auftritt,
vorher gekickert, 3 Bionade getrunken (2 x Ingwer, 1 x Holunder), und
ab nach Hause. is eigentlich sicher in Bionade kein Alkohol ? Kann dat
ma jemand prüfen ?Joah, dat WE klang dann am Sonntag aus, indem
ich mich mit folgendem bschäftigte: Töpfe/Pfanne spülen,
Wäsche waschen und aufhängen, Katzenklos saubermachen, kochen,
essen, schlafen, trainieren, TV glotzen, lesen, beruflich abgebrochene
Prozessketten bereinigen. Super ! Beanie hat immerhin bissken gesaugt
und is namittags abgehauen, um mit ihrer family den Bochumer Weihnachtsmarkt
leerzutrinken.VIVA LA ALKOHOLABSTINENZ !Ich sag getz mal weder Stößchen,
noch Froindliches, schon garnich Cheers, sondern LECKT MICH ! ;-)In
Liiiebe, Euer Bunten
IWAN
IAE, CITIZENS PATROL und MURDER JUNKIES
im Cafe Nova, Essen-Borbeck (22.11.08)
Ein
Freundliches. Also statt Stößchen. Wird mal wieder Zeit für
nen kleinen Blog. Seit wir ja nich mehr für Herrn Stadtmeier seine
kleine web-postille schreiben dürfen, isses ja schon selten geworden.
Aber was tun ?
Naja, vllt. will Maks ja noch ab und zu meine schriftlichen Ergüsse
übernehmen bei rilrec. Irgendwann hatte er mal wat gefragt in die
Richtung.
Wie auch immer. Am besagten Samstag, den ich überwiegend im Büro,
beim einkaufen, beim putzen, beim pennen, beim mailen (Beanie zum „shoppen
mit Bahar“ für 10 Tage in Madrid) und beim Fußball
hören im Radio verbrachte, spielten obige Bands zum Tanze auf.
Relativ
unspektakulär mit dem Bus inne city, und von dort die 101 gen Borbeck.
Haltestelle war bekannt. Zwischendurch den Till von IWAN angerufen,
wann sie denn eigentlich anfangen. Weil is ja erst halb 8 und ich hab
Schiss, dat ich da endlos lange inna Kälte steh. Denn nu isser
ja da, der Winter. Wie von mir bereits mittwochs prophezeit. PROPHEZEIT
! DIE PROPHEZEIUNG ! JAWOHL !
Ähh, sorry, ok, weiter im Text. Till geht an sein Mobile „Ey
Bunten, alles klar, Mann ? Wat ? Wann wir anfangen ? ja getz, wir stehn
schon auffe Bühne“. Ups. Tja, nee, Till, scheisse. Fangt
ma wat später an, weil so 15 Minuten brauch ich noch, bis ich da
bin.
„Nee Bunten, dat geht nich, die müssen hier doch um 23 fertig
sein mit allem. Okaaaay, dann mal sehen.
Hab dann tatsächlich noch 1,5 Stücke von IWAN miterlebt. Gab,
wie immer, nix auszusetzen. Wie mir auch die rumstehenden üblichen
Verdächtigen brieflich versiegelten.
Wer so alles da war ? Bittesehr: Generaloberst, Panzerkroizer, Toby
(!), also der große Kaktus-Toby, Drazan, Azubi, Addi, Steffi,
Ente, Holger und ca. 140 andere Verrückte.
Es wurde zugetrage, dass auch Herr Useless Einlass begehrte, dieser
ihm aber (vermutlich aus gutem Grund) verwehrt wurde. ;-)
Getränkepreise durchaus OK, ne eigene Security haben die auch (warum
bloss ?), und auch sonst find ich den Laden ganich mal sooo übel.
Nettes Personal auf jeden Fall hinter der Theke.
Aber
ich muss nochmal einige Minuten zurückschweifen. Ich also an der
Haltestelle wo ich raus musste raus. Logisch. Guck mich um, nix zu sehen
von dem Nova. Wat ich seh is ne größere Videothek. Hmm, da
könnt ich ja mal fragen. Ich geh rein, und werd von mindestens
10.000 Hardcore-Pornos erschlagen. Beispiel :“Junge Asiatinnen
durchgef**** in alle Löcher“. Tja, denk ich mir, da musste
getz durch. An endlosen Regalen vorbei, bis ich mich zu einer kleinen
Ladentheke durchgewixt äh duchgewälzt hab.
Hier begrüsst mich auch schon freudig erregt eine sowat von junge
(max. 19 !) Dame Osteuropas, die in unverwechselbar gebrochenem Deutsch
ihre „Hilfe“ anbietet.
Schmunzelnd
musste ich sie dann enttäuschen, das ich keine „bestimmten“
Filme suche, sondern einfach den Weg zum Cafe Nova suche. Dat müsste
hier irgendwo sein.
Mit Verweis darauf, dass sie im anderen Teil der Riesenvideothek auch
„andere“ Filme hätten, musste sie mir meine Wegfrage
jedoch verneinen.
Mit einem Froundlichen verabschiedete ich mich, ohne mit ihrer Hartnäckigkeit
zu rechnen.
Mit den Worten „Ey, Du (!!!), warte mal. Ich ruf Freundin an.
Gute von mir. Die weiß oft.“.
Okaaaaay. Und die Freundin wusste tatsächlich. Und schwupps war
ich im Nova. Dort fand man mich auch schnell auf der VVK-Liste („Bunten
mein Name, hab VVK reservieren lassen“…nichts…. „Na
dann guck mal unter Andreas K.“ okaaaay).
Kommentar der anderen, als ich ihnen von meinen erotischen Abenteuern
im Videoland erzählte „Wieso hasse nich sone verdammte Porno-Pappfigur
mitgebracht ? Blödmann ! Boah Bunten, ey, kannst Du eigentlich
garnich mitdenken…“
So,
Sprung: 2. Band des Abends CITIZENS PATROL. Klasse Band. Haben uns soweit
ich das beurteilen kann alle mächtig beeindruckt. Druckvolles Gitarrengebolze
und starke Vocals. Und auch die Schiessbude hat ordentlich losgeknallt.
1 mit Sternchen.
Und
dann nahm langsam dat Unglück seinen Lauf. Addi war nich so gut
drauf. Hat mir auch vorher irgendwat von nem wichtigen Termin erzählt,
der er wohl diese Woche hat. Aber warum er sich dann gleich die Biergläser
in seiner Fresse kaputtschlagen muss ? ich weiß es nicht. OK,
ich hab im Cafe Nord auch mal bei nem KAS-gig dem Kippenautomat ne Kopfnuss
verpasst, aber ICH HATTE DOCH MEINE GRÜNDE ! Der hat mich blöd
angemacht, der Scheiss-Auotomat ! So richtig verbal !
Jedenfalls war Addi irgenwann voller Blut, es wird gemunkelt, er hätte
sich sogar den Kopp aufgebohrt. Kann ich aber nix zu sagen. Da wir ihn
mit mehreren Leuten ersthelfertechnisch betreuten, sah mein niegelnagelneuer
FIGHTING IRISH-Kapuzer aus Shannon/IRL entsprechend nich mehr grün-weiß,
sondern nun mehr grün-rot aus. Auch schöne Farben.
Für Addi jedenfalls hat die Securitate dann nen Krankenwagen bestellt.
Wat sonst noch war, weiß ich nich.
Denn
was sich dann abspielte, habe ich lange nicht mehr erlebt. Die MURDER
JUNKIES legten los, und es herrschte von Anfang an eine recht agressive
Stimmung in der Luft. Dat war auch kein Hardcore mehr, sondern nur asozial.
Nachdem ich noch einige Konzertbesucher von der Bühne holen konnte,
nahm dat ganze irgendwie Überhand. Besonders Sänger und Gitarrist
waren dermassen übel gelaunt, dasss die irgendwann angefangenhaben,
Fans recht übel zusammenzuschlagen. Also zumindest so mit Fresse
hauen usw. ! Wir versuchten noch zu retten, was zu retten war , aber
der gig und Stimmung waren im Arsch.
Panzerkroizer,
Azubi, Drazan und ich sind dann noch zur Temple Bar (O-Ton vom Bekloppten
B. „Mir is heut irgendwie nach Bollo-Hardcore“), aber da
hab ichs keine 10 Minuten ausgehalten. Fands eher scheisse den Abend.
Bin dann noch kurz im Soul gewesen, aber auch dort nich mehr wirklich
lange geblieben.
Fazit
vom WE: Beanie hatte 24 Grad in Madrid, ich hatte jede Menge Schnee,
Sturm und Blut in Essen.
Gut dass wenigstens die Russen am Freitag inna Pilsbörse in Witten
Annen widerstandslos das Lokal verliessen, nachdem einer von ihnen anfing
rumzustänkern im besoffenen Kopf….
Kann
dann ja nur besser werden. Freitag MOTÖRHEAD mit Saxxon und Danko
Jones in D’dorf, Samstag Sparclubleerung bei M arita im Alten
Stadttor.
Na
dann, Froindliches…, Bunten
Warning: include(comment.php) [function.include]: failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rilrec.de/httpdocs/2008-berichte/bunten01.htm on line 782
Warning: include(comment.php) [function.include]: failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/rilrec.de/httpdocs/2008-berichte/bunten01.htm on line 782
Warning: include() [function.include]: Failed opening 'comment.php' for inclusion (include_path='.:') in /var/www/vhosts/rilrec.de/httpdocs/2008-berichte/bunten01.htm on line 782
|